Viele Anleger haben noch nie oder kaum etwas von der 2009 in Kraft tretenden Abgeltungssteuer gehört und beschäftigen sich auch nicht mit diesem Thema. „Das betrifft mich sowieso nicht“ ist ein oft gehörter Satz in diesem Zusammenhang. Dies kann jedoch teuer werden: Künftig müssen Millionen von Deutschen Steuern auf ihre Kapitalerträge zahlen, die bisher davon unberührt blieben. Deshalb gilt mehr denn je: Besprechen Sie Ihre persönliche Anlagestrategie mit den Experten Ihrer Sparda-Bank, um frühzeitig und richtig auf die neue Situation reagieren zu können.
Eine Beispielrechnung des Bundesverbandes Investment und Asset Management macht dies deutlich: Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro
über 30 Jahre in einen Aktienfonds kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Endvermögen von 150.000 Euro erzielt werden. Hier würden mit der Abgeltungssteuer
am Ende rund 30.000 Euro abgezogen werden.
Mit Blick auf die Auswirkungen der Abgeltungssteuer kann grundsätzlich festgehalten werden: Als Anleger können Sie dann die höchsten
Wertzuwächse erzielen, wenn Sie Ihr Geld noch vor dem 1. Januar 2009 in Anlagen mit hohem Kursgewinnpotenzial investieren und Ihr Kapital danach möglichst
wenig umschichten.
Beispiel: Berufsanfänger/Single
Folgendes Szenario: Ein Berufsanfänger kann im Monat 100 Euro sparen. Außerdem verfügt er über ein Kapital von 3.000 Euro. Von diesen 3.000
Euro sind 2.000 in Tagesgeld angelegt. 1.000 Euro wurden in Aktienfonds investiert. Welche Auswirkungen hat die Abgeltungssteuer?
Für das in Aktienfonds angelegte Geld besteht auch nach 2008 Steuerfreiheit, wenn es mindestens ein Jahr gehalten wird. Erst ab 1. Januar 2009 gekaufte
Aktienfonds fallen unter die Abgeltungssteuer. Der Sparerfreibetrag wird bisher auch nicht überschritten, sodass aktuell keine Auswirkungen von der
Abgeltungssteuer zu vermerken sind. Die monatliche Sparrate von 100 Euro ist bei regelmäßiger Anlage in Fonds bis zum 31. Dezember 2008 nicht von der
Abgeltungssteuer betroffen – welche Anlage ab 2009 sinnvoll ist, sollte man in einem Gespräch mit den Finanzexperten der Sparda-Bank klären.
Beispiel: Junge Familie
Folgendes Szenario: Eine junge Familie (beide Elternteile berufstätig) haben ihr Vermögen von 50.000 Euro je zur Hälfte in Aktienfonds und Festgeld
angelegt. Beide Partner haben einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Darüber hinaus wird ein Dachfonds mit monatlich 500 Euro bespart. Durch das zusätzliche
Gehalt der Frau können weitere 500 Euro im Monat gespart werden. Welche Auswirkungen hat die Abgeltungssteuer?
Die beiden Riester-Verträge können weiterlaufen wie bisher, da sie nicht unter die Abgeltungssteuer fallen werden. Zinserträge aus Festgeld werden ab 2009
mit der Abgeltungssteuer belegt. Hier kann überlegt werden, ob Teilbeträge noch 2008 in steueroptimierte Anlagemöglichkeiten umgeschichtet werden. Für den
monatlichen Sparbetrag in Aktienfonds besteht für das in 2008 angelegte Geld Steuerfreiheit. (Anlagedauer mindestens ein Jahr) Ab 1. Januar 2009 gekaufte
Aktienfonds fallen unter die Abgeltungssteuer. Hier kann dann ebenfalls über eine steueroptimierte Anlagemöglichkeit nachgedacht werden.
Beispiel: Paar im besten Alter
Folgendes Szenario: Ein Paar, beide Anfang 50, haben ihr kleines Reihenhäuschen bis auf 25.000 Euro Restschuld abgezahlt. Ihr gemeinsames Kapital beläuft
sich auf 100.000 Euro, das zu 65.000 Euro in Festgeld, zu 25.000 Euro in Immobilienfonds und zu 10.000 Euro in Aktienfonds angelegt ist. Welche Auswirkungen
hat die Abgeltungssteuer?
Die Zinserträge aus Festgeld werden ab 2009 mit der Abgeltungssteuer belegt. Für das vor 2009 in Fonds angelegte Kapital besteht – bei einer Anlagedauer von
mindestens einem Jahr – Steuerfreiheit. Die Finanzexperten der Sparda-Bank beraten das Paar kompetent, ob eine Umschichtung des Kapitals in ihrer
individuellen Situation sinnvoll ist.
Beispiel: Kurz vor dem Ruhestand
Folgendes Szenario: Eine 60-jährige Witwe, seit 42 Jahren berufstätig, geht in drei Jahren in den verdienten Ruhestand. Nun möchte sie darüber hinaus ihr
Vermögen, bestehend aus 60.000 Euro (Rentenfonds), 20.000 Euro (Aktienfonds) steueroptimiert und gewinnbringend anlegen. Welche Auswirkungen hat hier die
Abgeltungssteuer?
Gewinne aus Aktienverkäufen werden erst bei Kauf des Anteils ab 2009 mit der Abgeltungssteuer belegt. Damit besteht auch hier für das vor 2009 in Fonds
angelegte Kapital – bei einer Anlagedauer von mindestens einem Jahr – Steuerfreiheit.
Das sind natürlich nur einige ausgewählte Beispiele – je nach Lebenssituation und Anlagevorstellungen kann eine andere Lösung sinnvoll sein. Schon jetzt
gilt es für jeden Anleger, auf jeden Fall zu prüfen, ob seine Geldanlagen gewinnen oder verlieren und welche Finanzstrategie bei diesen Aussichten die
richtige ist.